Bevor Sie Maßnahmen starten, schaffen Sie eine saubere Ausgangsbasis. In zwei Wochen erfassen Sie Ihren digitalen Status quo und legen damit die Grundlage für einen fokussierten 90‑Tage‑Plan.

  • Website-UX/UI

    • Mobile First: Kernseiten auf Smartphone prüfen (Navigation, Lesbarkeit, Klickflächen).
    • Klarheit und Fokus: Überschriften versprechen Nutzen, eine eindeutige Handlungsaufforderung pro Seite (CTA).
    • Vertrauen: Sichtbare Kontaktdaten, Siegel/Referenzen, verständliche Leistungsbeschreibungen, FAQs.
    • Formular-Reibung reduzieren: Nur notwendige Felder, Alternativen wie Rückrufbutton, Klick-zu-Anruf.
    • Barrierearmut: Kontrast, Schriftgröße, Tastaturbedienung, Alt-Texte.
  • SEO & Local SEO

    • Technische Basis: Indexierbarkeit (robots.txt, noindex), XML-Sitemap, Canonicals, 404/Weiterleitungen, saubere URL-Struktur.
    • Onpage: Einzigartige Title/Meta, H1/H2, semantische Struktur, interne Verlinkung, Alt-Texte, strukturierte Daten (z. B. LocalBusiness, FAQ).
    • Keyword-Basislinie: 10–20 Kernbegriffe je Leistungsbereich inkl. lokalem Bezug (z. B. “Dachdecker München Notdienst”).
    • Local SEO: NAP-Konsistenz (Name, Adresse, Telefonnummer) über Website und Branchenverzeichnisse; Kategorien, Leistungen, Öffnungszeiten im Google Unternehmensprofil; Bewertungslage und Antwortstrategie.
  • Ladezeiten und Core Web Vitals

    • LCP, INP und CLS mit PageSpeed Insights/Lighthouse prüfen.
    • Mediengewicht (Bilder/Video), Caching, Serverantwortzeit, Fonts und JavaScript-Bloat erfassen.
    • Priorisierte Liste der größten Verursacher je Template (Startseite, Leistungsseite, Blog, Kontakt).
  • Analytics-Basis und Ist-KPIs

    • Ausgangswerte dokumentieren: organische Sichtbarkeit (GSC-Impressionen), durchschnittliche Position, CTR, Sitzungen, Leads/Monat, Conversion-Rate, Core Web Vitals.
    • Datenquellen festlegen: GA4, Search Console, Google Unternehmensprofil-Statistiken.
  • Priorisierungsmatrix (Wirkung x Aufwand)

    • Quick Wins: hohe Wirkung, geringer Aufwand (z. B. Title/Meta optimieren, 404→301, Bilder komprimieren, GBP-Kategorien korrekt setzen).
    • Hebelprojekte: hohe Wirkung, höherer Aufwand (z. B. neue Leistungsseiten, Redesign der Navigation, lokaler Content-Cluster).
    • Hygiene: mittlere Wirkung, geringer Aufwand (z. B. Alt-Texte, interne Links, FAQ-Snippets).
    • Parken: niedrige Wirkung, hoher Aufwand (z. B. selten genutzte Feature-Extras).

Ergebnis nach Woche 2: Ein priorisiertes Backlog, das Quick Wins sofort adressiert und größere Maßnahmen in machbare Arbeitspakete zerlegt. Gleichzeitig haben Sie eine KPI-Basis, um Fortschritte messbar zu machen.

2) Wochen 3–6: Quick Wins umsetzen und technisches Fundament stärken

In diesem Abschnitt holen Sie die schnellsten Effekte und beseitigen technische Hürden. Ziel ist ein spürbarer Schub bei Sichtbarkeit, Ladezeiten und Kontaktanfragen.

  • Woche 3: Technische und Onpage-Optimierung

    • Title/Meta für Top-20 Seiten schärfen (Keyword + Nutzen + klare CTA in der Beschreibung).
    • Überschriftenhierarchie korrigieren, interne Verlinkung zu Umsatzseiten verstärken.
    • 404-Fehler schließen, Redirects setzen, Sitemap aktualisieren und in der Search Console einreichen.
    • Strukturierte Daten ergänzen: LocalBusiness (mit NAP), FAQ/HowTo, Produkt/Service, Breadcrumb.
    • Bildkomprimierung (WebP/AVIF), Lazy Loading aktivieren, unnötige Skripte entfernen/defer.
  • Woche 4: Core Web Vitals verbessern

    • LCP: Hero-Bilder verkleinern, kritisches CSS inlinen, Serverantwortzeiten reduzieren (Caching/CDN).
    • INP: Interaktive Skripte entlasten, große JS-Bundles splitten, Third-Party-Skripte minimieren.
    • CLS: Platzhalter für Medien/Ads, stabile Schriftlade-Strategie (font-display: swap), konsistente Layout-Komponenten.
    • Akzeptanzkriterium: Grüne oder gelbe Werte für LCP/INP/CLS auf Kernseiten.
  • Woche 5: Local SEO und Google Unternehmensprofil (GBP)

    • GBP vollständig: Haupt- und Zusatzkategorien, Leistungen/Produkte, Beschreibung, Öffnungszeiten (inkl. Sonderöffnungszeiten), Services (z. B. Vor-Ort/Online).
    • Bild-/Videopaket hochladen (Team, Projekte, Standort), wöchentliche Beiträge (Angebote, Events, News).
    • Bewertungsstrategie: Freundliche Anfrage nach Abschluss, QR-Code am POS, E-Mail-Template, jede Bewertung zeitnah beantworten.
    • NAP-Konsistenz in relevanten Verzeichnissen (z. B. Das Örtliche, Gelbe Seiten, Branchenspezifisches Portal) herstellen.
  • Woche 6: Conversion-Fokus und Content-Hygiene

    • Leistungsseiten überarbeiten: prägnante Nutzenargumente, Preishinweise/Leistungsumfang, Trust-Elemente, starke CTAs (Angebot anfordern, Beratung buchen).
    • Kontakt- und Angebotsformulare vereinfachen, Telefonnummer klickbar (tel:), Chat/WhatsApp optional integrieren.
    • Datenschutz/Consent Mode korrekt, damit Tracking und Performance harmonieren.
    • Akzeptanzkriterium: Steigende CTR in der Search Console, erste spürbare Verbesserung bei Leads.

Meilenstein nach Woche 6: Technische Hürden sind minimiert, lokale Auffindbarkeit optimiert und Ihre wichtigsten Seiten konvertieren besser. Das schafft eine solide Basis für Content- und Social-Aktivitäten.

3) Wochen 7–10: Content- und Social-Media-Programm für Reichweite und Leads

In vier Wochen entwickeln Sie ein schlankes, aber wirkungsvolles Redaktionssystem, das Sichtbarkeit aufbaut und qualifizierte Anfragen erzeugt.

  • Redaktionsplan und Keyword-Cluster

    • Themencluster je Leistung und Phase der Customer Journey (Informieren, Vergleichen, Entscheiden).
    • Kombination aus transaktionalen Landingpages (z. B. “Photovoltaik-Installation in [Stadt]”) und informativen Beiträgen (z. B. “Förderungen 2026 für KMU in [Bundesland]”).
    • E-E-A-T stärken: Autorprofile, Fallstudien, Referenzen, klare Quellenangaben.
  • Content-Produktion

    • Ziel für 4 Wochen:
    • 2–3 neue oder überarbeitete Leistungs-/Standortseiten.
    • 4–6 Blogbeiträge/Guides (1.200–1.800 Wörter), inklusive FAQs und Schema-Markup.
    • 1 Lead-Magnet (Checkliste, Preis-/Leitfaden, Mini-Whitepaper) mit dedizierter Landingpage.
    • Conversion-Orientierung: Deutliche CTAs, Kontaktmöglichkeiten “above the fold”, interne Verlinkung zu Angebotsseiten.
  • Social Media fokussiert nutzen

    • Kanalwahl nach Zielgruppe:
    • B2B/Recruiting: LinkedIn (Unternehmensseite + persönliche Profile der Geschäftsführung).
    • Lokal/B2C: Instagram und Facebook (Stories, Reels, Vorher-Nachher, Kundenstimmen).
    • Redaktionsrhythmus: 2–3 Posts/Woche, Stories/kurze Videos für Reichweite, Karussells für Expertise.
    • Community Management: Kommentare/DMs binnen 24 h beantworten, standardisierte, aber personalisierte Antworten.
    • UTM-Parameter an allen Links, um Kanäle in GA4 eindeutig zuzuordnen. GBP-Links ebenfalls taggen (z. B. utm_source=google&utm_medium=organic&utm_campaign=gbp).
  • Optionaler Paid-Boost (Budgetfreundlich)

    • Kleine Beträge für das “Beste zuerst”: Top-Post als Reichweitenbooster, Remarketing auf Lead-Magnet-Landingpage.
    • Lokalzielgruppen nutzen (Radius-Targeting, Interessen/Branche).
  • Wochen-Meilensteine

    • Woche 7: Redaktionsplan finalisieren, Keyword-Mapping je Seite, Content-Briefings.
    • Woche 8: Erste Leistungsseite und zwei Blogposts veröffentlichen; interne Verlinkung aktualisieren.
    • Woche 9: Lead-Magnet + Landingpage live; E-Mail-Autoresponder (Willkommen, Follow-up, Angebot).
    • Woche 10: Social-Kampagne mit klarer CTA starten; Top-Inhalte per Micro-Ads testen.

Kriterien für Erfolg bis Woche 10: Wachsende GSC-Impressionen, erste Rankings für neue Keywords, mehr Direktkontakte über klare CTAs, steigende Social-Interaktionen und erste Leads aus dem Lead-Magnet.

4) Wochen 11–13: Saubere Analytics, zielgerichtetes Tracking und kontinuierliches Optimieren

Damit Fortschritte messbar bleiben und Budgets effizient eingesetzt werden, schließen Sie die letzten drei Wochen mit einer robusten Analytics-Architektur ab.

  • GA4 korrekt aufsetzen

    • Property/Data Streams prüfen, Zeitzone/Währung, interne IPs ausschließen.
    • Enhanced Measurement aktivieren; Cross-Domain-Tracking bei Sub-/Mikroseiten berücksichtigen.
    • Consent Mode v2 berücksichtigen; Datenaufbewahrung sinnvoll einstellen.
    • Conversions definieren:
    • Makro: Formular-Abschluss, Terminbuchung, Angebotsdownload, Kauf.
    • Mikro: Klick auf Telefonnummer/E-Mail, Chat-Start, Scroll-Tiefe, Video-Play.
    • Ereignisse standardisieren (Namenskonventionen) und monetäre Werte, wo sinnvoll, hinterlegen.
  • Tagging und Tools

    • Google Tag Manager nutzen: saubere Trigger (CSS-Selektoren), Debugging, Versionierung.
    • Google Search Console: Property-Typ korrekt, Sitemap einreichen, Indexierungsprobleme überwachen, Leistungs- und CWV-Berichte nutzen.
    • Google Unternehmensprofil: Insights prüfen (Anrufe, Wegbeschreibungen, Websiteklicks), UTM-Parameter verifizieren.
  • KPI-Set für KMU (messbar, realistisch, budgetnah)

    • Sichtbarkeit:
    • Search Console-Impressionen gesamt und non-brand, durchschnittliche Position Top-Keywords, Anteil Local-Pack-Rankings.
    • GBP-Interaktionen (Anrufe, Nachrichten, Websiteklicks).
    • Leads:
    • Anzahl qualifizierter Anfragen/Monat je Kanal (SEO, Local, Social, Direkt).
    • Kosten pro Lead (falls Ads genutzt), Anteil Leads aus Top-5-Seiten.
    • Conversion-Rate:
    • Website-CR gesamt und pro Seitentyp (Leistung, Blog, Landingpage).
    • CTR in der Suche (Meta-Optimierung), Formular-Abbruchquote, Klickrate auf telefonische Kontakt-CTAs.
    • Performance:
    • LCP/INP/CLS auf Kernseiten, durchschnittliche Seitenladezeit, Fehlerquote (404/5xx).
  • Reporting und Entscheidungsrhythmus

    • Looker-Studio-Dashboard mit GA4, GSC und GBP aufsetzen; Wochen- und Monatsberichte automatisieren.
    • Änderungs-Log führen (was wurde wann umgesetzt?) und mit KPI-Verlauf verknüpfen, um Wirkung sichtbar zu machen.
    • A/B-Tests klein starten: CTA-Text/Farbe, Headline-Varianten, Formularfelder vs. Conversion-Rate.
  • Priorisierung für die Zeit nach Tag 90

    • ICE-Scoring (Impact, Confidence, Effort) oder RICE nutzen, um Backlog-Elemente objektiv einzuordnen.
    • Beispiele:
    • Hoch, gering: “Über-uns”-Sektion mit Proof (Kundenlogos, Zertifikate) → schnelle Vertrauenssteigerung.
    • Hoch, mittel: Neuer Standort-/Leistungs-Cluster inkl. interner Verlinkung → langfristige Sichtbarkeit.
    • Mittel, gering: FAQ-Schema auf bestehenden Seiten → Snippet-Gewinn.
    • Budgetplanung mit T-Shirt-Sizes:
    • S (≤0,5 Tag): Meta-Anpassungen, interne Links, GBP-Post.
    • M (1–2 Tage): Leistungsseite überarbeiten, Bilder/CDN optimieren, Lead-Magnet-Update.
    • L (1–2 Wochen): Mini-Redesign Navigation, Content-Cluster (3–5 Seiten), lokaler PR-Outreach.
    • Make-or-Buy-Check: Was kann Ihr Team intern stemmen (Posts, Bilder, schnelle Webpflege) und wo lohnt externe Unterstützung (SEO-Technik, Core Web Vitals, Content-Strategie)?

Meilenstein nach Woche 13: Ein messbarer Zuwachs bei Sichtbarkeit und Leads, verbesserte Conversion-Raten auf Kernseiten und ein Dashboard, das klar zeigt, welche Maßnahmen Wirkung entfalten. Sie beenden die 90 Tage mit einem priorisierten, budgetgerechten Plan für das nächste Quartal.

Hinweis für KMU: Halten Sie den Plan schlank und konsequent. Weniger Kanäle, dafür exzellente Ausführung. Dokumentieren Sie jede Änderung, messen Sie Ergebnisse und priorisieren Sie kontinuierlich neu. So bleibt Ihr Weg zu mehr Sichtbarkeit und Leads realistisch, transparent und finanziell planbar.

Wenn Sie bei der Standortbestimmung, Priorisierung oder Umsetzung Unterstützung wünschen, ist eine kostenlose und unverbindliche Erstanalyse ein guter Startpunkt. Auf Basis Ihrer Ziele, Budgetrahmen und Daten erhalten Sie konkrete Quick-Win-Empfehlungen und einen maßgeschneiderten 90‑Tage‑Fahrplan.

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