Connected TV (CTV) entwickelt sich 2026 zu einem der spannendsten Bausteine im digitalen Marketing – auch und gerade für kleine und mittelständische Unternehmen. Immer mehr Menschen konsumieren Bewegtbild nicht mehr nur auf dem Smartphone oder Desktop, sondern über internetfähige Fernseher im Wohnzimmer. Damit verschieben sich Werbebudgets zunehmend in Richtung CTV. Was lange vor allem als Branding-Kanal galt, wird heute immer stärker auch für performanceorientierte Kampagnen relevant. Gleichzeitig verändert das Ende der Third-Party-Cookies die Spielregeln im digitalen Werbemarkt grundlegend. Für KMU bedeutet das: Wer auch künftig effizient und transparent werben möchte, sollte sich mit datengetriebenen Lösungen im Open Web beschäftigen. Moderne, KI-gestützte Multiscreen-Plattformen schaffen hier neue Möglichkeiten, indem sie Video-Kampagnen zentral über TV, Desktop und Mobile orchestrieren. Das sorgt für eine konsistente Zielgruppenansprache, einheitliche KPI-Steuerung und deutlich weniger operative Silos. Gerade für Unternehmen mit begrenzten Ressourcen entsteht dadurch die Chance, Reichweite, Effizienz und Messbarkeit in einem integrierten Setup zu verbinden.

Für KMU bietet Connected TV im offenen Web mehrere konkrete Vorteile. Zum einen erreichen Sie Ihre Zielgruppen in einem hochwertigen Nutzungskontext: dem Wohnzimmer, auf dem großen Bildschirm, in einer aufmerksamkeitsstarken Lean-Back-Situation. Zum anderen ermöglicht CTV heute deutlich präziseres Targeting, als viele vermuten – etwa über regionale Aussteuerung, kontextuelle Signale, First-Party-Daten oder datenschutzkonforme Zielgruppenmodelle. Hinzu kommt, dass eine Multiscreen-Strategie die Mediaplanung spürbar vereinfacht. Statt Desktop, Mobile und TV getrennt zu planen und auszuwerten, können alle Screens über eine zentrale Plattform gesteuert werden. Genau das wird 2026 zum entscheidenden Unterschied: integrierte Multiscreen-Steuerung statt isolierter Einzellösungen. Zentralisiertes Frequency Capping, konsistente Creatives über alle Geräte und ein einheitliches Dashboard sorgen dafür, dass Ihre Kampagne nicht nur breiter ausgespielt, sondern auch besser kontrolliert werden kann. Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Streuverluste, bessere Budgetallokation und eine klarere Sicht auf die tatsächliche Wirkung Ihrer Maßnahmen außerhalb geschlossener Plattform-Ökosysteme.

Besonders relevant wird in diesem Zusammenhang das cookielose Targeting im offenen Web. Da Third-Party-Cookies an Bedeutung verlieren, sind alternative, transparente und datenschutzkonforme Ansätze gefragt. Für KMU heißt das vor allem: First-Party-Daten gewinnen an Wert. Wer bestehende Kundendaten sauber strukturiert, Einwilligungen korrekt verwaltet und auf Datensparsamkeit achtet, schafft eine belastbare Grundlage für künftige Kampagnen. Ergänzt werden diese Daten durch geo-basierte Segmente, kontextuelle Signale und – wo datenschutzkonform verfügbar – einkaufsbasierte Insights. Entscheidend ist dabei stets, dass Einwilligungsmanagement, DSGVO-Konformität und ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten nicht als Pflichtübung verstanden werden, sondern als strategische Voraussetzung für nachhaltigen Kampagnenerfolg. Parallel entwickeln sich auch die Werbeformate weiter. 2026 geht CTV weit über klassische Standard-PreRolls hinaus. High-Impact-Formate, die speziell für die Nutzung auf dem Fernseher konzipiert sind, bieten neue kreative Möglichkeiten. Damit diese wirken, sollten Spots auf die Besonderheiten des großen Screens abgestimmt werden: große Typografie, starke Kontraste, kurze und prägnante Längen von 10 bis 15 Sekunden, eine klare Botschaft in den ersten 3 bis 5 Sekunden und ein deutlicher Call-to-Action, etwa per QR-Code oder Short-URL. Wichtig ist zudem, dass die Botschaft auch ohne Ton verständlich bleibt, da nicht jede Nutzungssituation vom Sound getragen wird.

Auch bei Buchung und Kampagnensteuerung eröffnet CTV heute deutlich mehr Flexibilität als noch vor wenigen Jahren. Grundsätzlich kann Connected TV als Einzelbuchung eingekauft werden – direkt oder programmatisch. Für viele KMU ist jedoch die Einbindung in eine übergreifende Multiscreen-Kampagne der sinnvollere Weg. Der Grund: Eine zentrale Plattform ermöglicht die Steuerung mit einheitlichen KPIs über alle Screens hinweg. Dazu gehören Reichweite, inkrementelle Reichweite, View-Through-Rate, Attention, Frequenz und weitere leistungsrelevante Kennzahlen. So wird sichtbar, welchen zusätzlichen Beitrag CTV im Zusammenspiel mit Desktop und Mobile tatsächlich leistet. Gleichzeitig verbessert sich die Budgetverteilung, weil Investitionen dort erhöht werden können, wo nachweislich Wirkung entsteht. Damit diese Transparenz auch in der Praxis nutzbar wird, ist ein einheitliches Reporting unerlässlich. Unternehmen sollten darauf achten, dass Brand-Safety-Kontrollen, Premium-Umfelder und cookieless-kompatible Messmodelle integraler Bestandteil des Setups sind. Je nach technischer und datenschutzrechtlicher Möglichkeit können sogar Offline-Effekte wie Store-Besuche oder Sales-Lift in die Bewertung einbezogen werden. Gerade für KMU ist das relevant, weil so nicht nur Sichtkontakte, sondern auch geschäftsrelevante Wirkungen messbar werden.

Für die praktische Umsetzung empfiehlt sich ein klar strukturierter Einstieg in sechs Schritten. Erstens sollten Sie Ihre Ziele eindeutig definieren: Geht es um Awareness, Website-Traffic, Leads oder direkten Abverkauf? Davon leiten sich die passenden KPIs ab. Zweitens gilt es, die Datenstrategie zu schärfen. Strukturieren Sie Ihre First-Party-Daten, prüfen Sie den Consent-Status und planen Sie geo- sowie kontextbasierte Segmente. Drittens sollte die Kreation an die Screen-Logik angepasst werden. Entwickeln Sie Spots in mehreren Längen und Varianten, formulieren Sie eine klare Kernbotschaft mit eindeutigem Call-to-Action und legen Sie einen Testplan für A/B-Varianten an. Viertens folgt das Kampagnen-Setup: Setzen Sie auf eine Multiscreen-Kampagne mit zentralem Frequency Capping und verteilen Sie das Budget entlang von Reichweite und Effizienz. Fünftens ist die laufende Optimierung entscheidend. Analysieren Sie fortlaufend die Performance nach Creatives, Zielgruppen, Tageszeiten und Screens und passen Sie die Aussteuerung datenbasiert an. Sechstens braucht es eine fundierte Auswertung. Ein einheitliches Dashboard sollte Ihnen zeigen, wie sich inkrementelle Reichweite, Kosten pro Attention-Minute oder Kosten pro qualifiziertem Besuch entwickeln. Die gewonnenen Learnings sollten dokumentiert und systematisch in die nächste Kampagne überführt werden. Für den Einstieg lohnt es sich zudem, mit einem überschaubaren Pilotlauf von vier bis sechs Wochen zu starten. Nutzen Sie regionale Aussteuerung, testen Sie Frequenzen von zwei bis fünf Kontakten pro Woche und kombinieren Sie High-Impact-Formate für maximale Awareness mit performanceorientierten Retargeting-Elementen. So schaffen Sie einen ausgewogenen Mix aus Markenwirkung und messbarer Aktivierung.

CTV im offenen Web ist damit für KMU im Jahr 2026 weit mehr als ein Trendthema. Es ist ein relevanter Bestandteil moderner Video-Strategien, der Reichweite, Transparenz und Wirkungskontrolle in einer Weise verbindet, die bislang vor allem größeren Werbetreibenden vorbehalten war. Wer Multiscreen-Kampagnen aus einer Hand plant und steuert, profitiert von einer konsistenteren Ansprache, einer präziseren Aussteuerung und einer besseren Messbarkeit über alle Screens hinweg. Zugleich sinkt die Abhängigkeit von geschlossenen Plattform-Ökosystemen, deren Datenlogiken und Transparenzgrenzen viele Unternehmen zunehmend kritisch betrachten. Für KMU, die ihre digitale Präsenz nachhaltig ausbauen möchten, eröffnet Connected TV im Open Web deshalb eine attraktive Chance: nicht nur sichtbar zu werden, sondern Sichtbarkeit auch strategisch zu steuern und in messbare Geschäftsergebnisse zu überführen.

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